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In meinen Adern fließt kasachischer Tee

Über einen Zeitraum von vier Jahren portraitiert der Film die achtköpfige russlanddeutsche Aussiedlerfamilie Diez in ihrer neuen Heimat, dem oberbayrischen Freilassing, unmittelbar an der österreichischen Grenze. 15% der ca. 18.000 EinwohnerInnen sind AussiedlerInnen aus der ehemaligen Sowjetunion. Die Einheimischen betrachten die „Russen" in erster Linie als SozialschmarotzerInnen, Kriminelle und AlkoholikerInnen.

Die Doku rekonstruiert anhand des umfangreichen privaten Foto- und Videoarchivs die Odyssee der Familie, die in Kasachstan ihren Ausgang nimmt, wohin ihre Großeltern 1941 nach dem Einfall der Nazis in die UDSSR als potentielle Verräter in Viehwagons von der Wolga deportiert wurden. Erst 1956, nach dem Tod Stalins, endet ihr Dasein als ZwangarbeiterInnen. 1985 siedelt die Familie in den Wolgograder Bezirk zurück, bis sie 2002 nach Deutschland auswandert. Gleich nach ihrer Ankunft in Deutschland landen die Diez in Hartz4 und 1Euro Jobs. Sie kämpfen sich bravourös durch das soziale Unterholz und verfolgen hartnäckig ihre Pläne.
Die Eltern, Tatjana (Mitte 50) und Jakob (Ende 50), finden einen fixen Job in einem der großen Supermärkte Freilassings. Der ehemalige Lokführer Jakob als Wagenschieber, Tatjana als Reinigungskraft. In Russland leistete Vitalij (36) noch seinen Militärdienst ab, hier tauscht er die Kalaschnikow gegen die Schere: Im eigenen Friseursalon „Fire Hair" frönt er seinem Faible zu überdimensionalen Turmfrisuren. Jurij (32) eignet sich in rekordverdächtiger Zeit die deutsche Sprache an und reüssiert als Schauspieler. Sergius (25) will nach seiner Hartz4-Erfahrung Kapitalist werden und arbeitet unermüdlich an seinem Master-Plan: Im Herbst 2011 eröffnet er seinen „Diez Sonderposten Markt".

Marina (33) baut gemeinsam mit ihrem Mann Jewgenij und den Eltern ein kleines Häuschen. Das karottenfärbige Domizil liegt unübersehbar unterhalb des Bahndamms auf der Bahnstrecke Freilassing - Salzburg. Mit viel Humor, Verve und Fleiß kämpfen sich die Diez voran, doch dann kassieren sie einige herbe Rückschläge, wie z.B. durch das Hochwasser vom Juni 2013.

Weitere Termine von 15. - 28.März 2014 im Das Kino