Foto©Sigrid Riepl
Kulturpass
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Premiere unserer VOLXtheaterwerkstatt-Produktion

Verena Schweiger von den Salzburger Nachrichten führte ein Interview mit Reinhold Tritscher zu unserer neuesten Produktion, die im Rahmen der LAUBE VOLXtheaterwerkstatt entstanden ist (Erscheinungsdatum 19. Mai 2016):

Profischauspieler, Menschen mit Beeinträchtigung und Laienschauspieler auf einer Bühne. Das ist für jeden Regisseur eine Herausforderung.
Theatermacher Reinhold Tritscher hat sich für das neue Stück der LAUBE VOLXtheaterwerkstatt genau das vorgenommen - in Kooperation mit dem Theater ecce und der ARGEkultur. Dafür hat der Regisseur eine kunterbunte Truppe von 29 spielwütigen Menschen um sich geschart. Spielerinnen und Spieler haben Text und Inhalt selbst entwickelt. Treffpunkt der Nachtschwärmer ist die Bar "Hafen der gestrandeten Sehnsüchte". Premiere ist heute, Donnerstag, in der ARGEkultur.
 
SN: Die LAUBE VOLXtheaterwerkstatt ist ein offenes inklusives Theaterprojekt. Wie sind Sie als Regisseur dazu gekommen?
Tritscher: Ich habe schon lange ein großes Interesse am Mitmachtheater. Vor 25 Jahren bin ich durch einen Workshop darauf gestoßen. Es gab und gibt in der Gesellschaft ein großes Interesse daran. In anderen Ländern, wie etwa England, wo man "community theatre" sogar studieren kann, ist diese Theaterform weiter entwickelt. Ich persönlich trenne nicht zwischen Laien- und Profitheater. Es geht um Menschen, und darum, dass die etwas zu sagen haben.
 
SN: Bei Ihnen treffen sich unterschiedlichste Typen zum Improvisieren auf der Bühne. Wie läuft das ab?
Tritscher: Wir treffen uns seit eineinhalb Jahren ein Mal pro Woche. Angefangen haben wir zu viert. Mittlerweile ist die Gruppe auf 29 Personen angewachsen. Es ist ein Begegnungsprojekt von unterschiedlichen Menschen. Das interessiert mich daran am meisten. Spannend auch, dass es dabei lang nicht um die Form oder die perfekte Darstellung geht, sondern einzig um das Improvisieren und das Miteinander. 
 
SN: Gibt es dennoch Unterschiede zwischen Profis und Laien?
Tritscher: Natürlich gibt es die. In diesem Projekt werden die Spieler von Ensemblemithliedern des Theater ecce unterstützt. Für die Profis ist es insofern eine Herausforderung, da sie wieder lernen müssen, sich auf das assoziative Probieren einzulassen und ihr Werkzeug zu vergessen. Es haben also alle Seiten etwas von dieser schäögen Mischung. 
 
SN: Wie kann man mitmachen?
Tritscher: In der VOLXtheaterwerkstatt ist jedermann und jede Frau herzlich willkommen. Es bedarf keinerlei Vorkenntnisse oder Bühnenerfahrung. Das einzige Soll ist die Lust, sich auf gemeinsames Spielen einzulassen.
 
SN: Müssen Sie dabei als Regisseur manchmal auch streng sein?
Tritscher: Jetzt, während der Endproben für die Publikumsaufführungen, greife ich schon öfter ein. Ein Orhcester mit 30 Menschen kann bei einer Vorstellung auch nicht einfach drauf los improvisieren. Für das Publikum muss es einen klaren Handlungsstrang geben, dem es folgen kann. Daran arbeiten wir gerade. Innerhalb dieser Linie bleobt aber genug Platz für Risiko und Ausprobieren. Das Scheitern ist ja das Spannendste am Theater, das ich oft beim professionellen Theater vermisse.
 
SN: Das neue Stück spielt in einer Bar mit dem verheißungsvollen Namen"Hafen der gestrandeten Sehnsüchte".
Tritscher: Genau, es ist ein fiktives Zusammentreffen von Menschen in einer Bar. Dabei tauchen sehr lebensnahe Momente auf, voll Alltagspoesie. Im Zentrum steht die Einsamkeit. Die Figuren der Improvisationen haben wir weiterentwickelt und viele kleine Geschichten zu einem großen Ganzen zusammengefügt. Ich hoffe, dass das Publikum unseren Humor teilt. Der Abend hat jedenfalls Potenzial, sehr lustig zu werden.
 
Info: LAUBE VOLXtheaterwerkstatt "Hafen der gestrandeten Sehnsüchte". 19., 21., 24., 31. Mai, 1. Juni um 19.30 Uhr, ARGEkultur in Salzburg-Nonntal, www.argekultur.at 
 

 

 

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