Kulturpass
Auch Menschen mit finanziellen Engpässen haben ein Recht auf Kunst & Kultur. Der Kulturpass  macht es möglich. Mit diesem Ausweis erhalten sozial benachteiligte Menschen freien Eintritt in zahlreiche kulturelle Einrichtungen.

"Cross Sectoral and Community Arts"

Während weltweit und in weiten Teilen Europas die Sparte "cross sectoral and community arts" anerkannt und auf höchster institutioneller Ebene angesiedelt ist und es auch spezielle Ausbildungsprogramme für professionelle KünstlerInnen gibt (Z.B. London - Goldsmith College und National Theatre post graduate Lehrgang für Cross sectoral and community arts) "dümpelt" dieser Bereich in Österreich immer noch im Bereich der freien Förderungen dahin. Projekte entstehen eher zufällig und beruhen praktisch immer auf der Initiative einzelner KünstlerInnen, die zumeist unter großer Selbstausbeutung und bei schlechter Finanzierung hervorragende, auch international oft als Modellprojekte präsentierte Arbeiten im Zwischenbereich zwischen Kunst und Sozialem vorlegen. Die Sinnhaftigkeit ist in zahlreichen Dissertationen, Evaluierungen, Diplomarbeiten nachgewiesen, die gesellschaftliche Anerkennung zumeist hoch. Viele Projekte wurden mit Preisen bedacht und ausgezeichnet.

Seit Jahren verwirklichen freischaffende Künstler in Salzburg unterschiedlichste Projekte in sogenannten neuen sozialen Kontexten. Das Theater ecce hat sich dabei mit seinen großen Inszenierungen einen besonderen Namen gemacht. Seit mehr als 10 Jahren arbeiten Profis mit Menschen mit Behinderung, mit Psychiatrieerfahrenen, mit MigrantInnen, mit Jugendlichen, mit Amateuren, mit SchülerInnen, mit Kindern auf höchstem Niveau. Der Kulturförderpreis der Stadt Salzburg, Maecenas Hauptpreis für Kunst und Soziales, der Würdigungspreis des Bundeskanzleramtes für realisierte Kunstprojekte zur Integration von Menschen mit Behinderung, die Rose für Menschenrechte u.a. sind äußere Zeichen für die unserer Arbeit entgegengebrachte öffentliche Wertschätzung.

Dagegen stehen intern nach wie vor schlechte Projektförderung, prekärste Beschäftigungsverhältnisse und eine oft missliche soziale Lage der verantwortlichen KünstlerInnen. Andererseits gibt es großen Bedarf an derartigen Projekten bei Institutionen im Sozialbereich, im Bildungsbereich, im Gesundheitsbereich bis hin zur kommunalen Ebene. Das Zustandekommen von Projekten scheitert oft am fehlenden Wissen, an der fehlenden Vernetzung - aber auch an der mangelnden Kompetenz im Kulturbereich auf der einen Seite, im Sozialbereich auf der anderen Seite. Oft werden KünstlerInnen zu spät beigezogen und an sich gute Projektansätze verlaufen im Sand, bzw. werden unzureichend durchgeführt.

Als ersten Schritt wollen wir mit dieser offenen Plattform das in Salzburg vorhandene künstlerische Potential bündeln und ein kompetenter Ansprechpartner für Menschen aus unterschiedlichsten Einrichtungen sein, die in Ihrer Einrichtung, Institution, Schule, Kommune, usw. mit einem Kunstprojekt zum Empowerment Ihrer Klientel beitragen wollen.

Wir wollen auftreten als erste Anlaufstelle, Vermittlungsstelle, Planungsstelle für workshops, Ausstellungen, Filmprojekte, Tanzprojekte, Theaterprojekte, Schreibwerkstätten, Entwicklung von Kulturprogrammen, kommunalen Kulturleitbildern, Stadtteilprojekten. Wir verfügen über ausgezeichnete Kontakte zu KünstlerInnen, die allesamt hervorragende Ausbildung und jahrelange Erfahrung in ihrem angestammten künstlerischen Metier haben - andrerseits jeweils zahlreiche Projekte bereits selbstverantwortlich geleitet bzw. organisiert haben. Auf Anfrage wollen wir gemeinsam mit den Institutionen für sie passende Projekte entwickeln - vom kleinen workshop, bis zum mehrjährigen Großprojekt und ein passendes Team von hochqualifizierten, erfahrenen KünstlerInnen vermitteln.

Einige Mitglieder der geplanten Plattform seien hier angeführt, die Aufzählung ist keinesfalls vollständig. Die Entscheidung über die Aufnahme in die Plattform fällt vorerst der Vorstand des Vereins Theater ecce. Damit wollen wir unsere Qualitätsansprüche sicherstellen. Ein partizipatorischer Ansatz in der künstlerischen Arbeit innerhalb der Plattform ist neben der Qualität der bisherigen Arbeit ein Kriterium. D.h. die Arbeitsmethode der beteiligten KünstlerInnen muss auf einer partizipatorischen und handlungsorientierten Kommunikation mit bisher wenig repräsentierten Gesellschaftsgruppen basieren.

Film

Hermann Peseckas, arrivierter Dokumentarfilmer.
Andreas Baumgarter, Kameramann und Regisseur

Akrobatik

Ulf Kirschhofer, Artist, Choreograf, Lehrbeauftragter am Mozarteum Salzburg für Akrobatik, Leitung des Kinder und Jugendzirkus SAWAZI.

Schauspiel

Gerard Es, Jurij Diez, Jurek Milewski, Hildegard Starlinger, Reinhold Tritscher u.v.a.
Die Anzahl der bereits verwirklichten professionellen Projekte, theaterpädagogischen Projekte, Aufführungen und Ausbildungsprogramme ist kaum erschöpfend aufzuzählen.

Tanz

Wolf Junger, Theater- und Tanzpädagoge, Regisseur, Stückemacher und Leiter der "Blauen Hunde" (Theater mit geistig behinderten Menschen in professioneller Umgebung)
Benjamin Blaikner, Tänzer, mehrjährige Unterrichtstätigkeit als Breakdancelehrer

Clownerie

Christian Sattlecker, Drehbuchautor, Seele des Theater yby, leitete unzählige Projekte im Kinder- und Jugendkulturbereich, clown doctor.

Bildende Kunst

Margret Litzlbauer, Bildende Künstlerin, Kunsttherapeutin, Leiterin der Malwerkstatt in der Sozialpsychiatrie der Christian Doppler Klinik Salzburg, Leiterin der LAUBE Malwerkstatt.
Elisabeth Strauss, Bildende Künstlerin, Bühnenbildnerin, Leiterin zahlreicher integrativer workshops. Zusammenarbeit mit Architekten im Bereich "Kunst am Bau".

Musik

Rupert Bopp, Musiker, Musikpädagoge, Orff-Lehrer, Ensemblemitglied Theater ecce.

Robert Kainar,Musiker,Percussionist, Begründer des JIMS, zahlreiche Unterrichtstätigkeiten.
 

Literatur

Peter Blaikner, Autor, Liedermacher und Kabarettist, Leiter vieler Schreibwerkstätten, unter Anderem der "Special Poetics" 

Performance

Karl Zechenter, Regisseur, Autor und Kurator. Studium der Deutschen Philologie und Politikwissenschaften, Mitbegründer der KünstlerInnengruppe gold extra. Von 1999-2005
Künstlerischer Leiter des Kulturzentrums ARGEkultur Gelände Salzburg.

Licht-, Veranstaltungstechnik

Manfred Eckinger, freischaffender Lichtgestalter und Veranstaltungstechniker.

Organisation

Magdalena Croll, Studium der Musikwissenschaft, seit mehreren Jahren Tätigkeit im Veranstaltungsmanagement

Künstlerische Leitung

Reinhold Tritscher, Schauspieler, Regisseur, leitet in der ersten Phase den Entwicklungsprozess der Plattform.

In einem zweiten Schritt ist an die internationale Vernetzung der Plattform, Ausbildungsprogramme und den Austausch von KünstlerInnen gedacht. Konkret arbeiten derzeit viele der an der Plattform beteiligten KünstlerInnen in partizipatorischen Projekten mit Jugendlichen, Menschen mit Behinderung, MigrantInnen, Menschen mit psychischen und sozialen Problemen, …

Kontakt und Information

Reinhold Tritscher
E-Mail: reinhold.tritscher@theater-ecce.com
Telefon: 0664 / 574 07 03